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Wir möchten Ihnen auf dieser Seite ein Paar Begriffe der Buchbinderei näher bringen
Blindprägung: Mit gravierten Messingstempeln, die leicht erhitzt werden, wird in das angefeuchtete Leder das jeweilige Muster eingeprägt und zwar so lange, bis das Leder den gewünschten, dunkleren Farbton zeigt.
Buchschnitte: Verzierung der Schnittkanten des Buchblocks mittels Farbe oder Blattmetallen (Blattgold etc.). Heutzutage wird vornehmlich der Kopfschnitt verziert.
Bücheraufzug: Kasten oder Kassette, bei der durch das Öffnen, das Buch aus der Tiefe hervorgehoben wird.
Bünde: Der Buchblock wird auf Hanfkordel geheftet, indem der Heftfaden außen um die Kordel herum geführt wird. Die Bünde dienen der Befestigung der Deckel und treten am fertigen Buch als wulstartige Erhöhungen, die quer zum Rücken verlaufen, hervor.
Bunt-Marmorpapier: Handgefärbte Papiere, welche in Marmoriertechnik hergestellt werden und in der Buchbinderei zum Überziehen von Halbbänden, Mappen, Kästen, Kassetten, Schuber und als Vorsätze dienen.
Büttenpapier: In erster Linie ist damit ein von Hand geschöpftes Papier gemeint, das aus der „Bütte“ mittels Sieb geschöpft wurde. Allerdings dürfen sich auch auf Rundsiebmaschinen gefertigte Papiere „Echtes Bütten“ nennen.
Franzband: Spezielle Bindetechnik, die aus dem französischen Raum übernommen wurde. Ihr charakteristisches Merkmal ist der Tiefe Falz, der einen nahtlosen Übergang zwischen Buchdeckel und Buchrücken ermöglicht.
Intarsia: Einlegearbeit in andersfarbigem Material. Die Zuschnitte müssen in Größe und Stärke exakt sein, da sonst Spalten oder Überstände an den Schnittkanten auftreten.
Kapital: Dient zur Verzierung des Kopf- und Fußschnittes, zum Buchrücken hin. Es soll in erster Linie den Raum zwischen Buchblock und Rückeneinlage abdecken. Man unterscheidet zwischen fertig gewebten Kapitalbändern und handgefertigten Kapitalen, welche entweder aus Leder oder Stoff bestehen. Das handumstochene Kapital wird aus Knopflochseide und einer Einlage direkt am Buch gearbeitet.
Kassette: Behältnis, das zur Aufbewahrung eines Buches dient und allseitig geschlossen ist, so dass der Inhalt vor Staub und Licht geschützt ist.
Lederauflage: Verzierungstechnik, bei der äußerst dünn und gleichmäßig ausgeschärfte Lederteile als Mosaik aufgeklebt werden (Lederapplikation).
Pappband: Ein Buch, dessen Einband ganz mit Papier überzogen ist. Eine Variante des „Pappbandes“ ist der Edelpappband, der mit Leder oder Pergamentverstärkungen an Ecken und Kanten versehen ist.
Schärfen: Mit Schärfen ist das Zurichten eines Ledernutzens gemeint, der zur besseren Verarbeitung an den Rändern mit einem Schärfmesser ausgedünnt wird.
Schuber: Behältnis, das zur Aufbewahrung eines Buches dient und dafür passgenau angefertigt wird, wobei der Buchrücken offen sichtbar bleibt.
Tiefer Falz: Ein auf 90 Grad herumgeklopfter Falz an einem Buchblock, der das bündige Ansetzen der Deckel ermöglicht, das Scharnier liegt dann außen.
Spiegel: Die Innenseiten des Vorder- und Hinterdeckels.
Vorsatz: Ein dem Buchblock vor- und nachgesetzter Bogen aus kräftigem Papier, der zum Schutz der ersten und letzten Lage dient und der den Buchblock mit den Einbanddeckeln verbindet. |